Zölle ist das Wort, das uns in den letzten Tagen und Wochen seit der Amtseinführung von Donald Trump am meisten beschäftigt hat. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick darauf, was Zölle bedeuten und wen sie tatsächlich betreffen.
Warum erheben Länder eigentlich Zölle?
1. wirtschaftliche Gründe:
Schutz der heimischen Industrie (Protektionismus): Dies ist einer der häufigsten Gründe. Zölle erhöhen die Kosten für importierte Waren und machen sie auf dem heimischen Markt teurer als im Inland produzierte Waren. Damit sollen einheimische Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden, insbesondere junge oder strategisch wichtige Industrien („infant industry argument“). Ziel ist es, diesen Unternehmen Zeit zu geben, um wettbewerbsfähig zu werden.
Ausgleichszahlungen für unlauteren Wettbewerb: Staaten können Zölle erheben, um unfaire Handelspraktiken auszugleichen, wie z. B. Dumping. Mit Dumping ist folgendes gemeint: Verkauf von Waren im Ausland unter den Produktionskosten oder unter dem Preis auf dem Heimatmarkt. Aber auch staatliche Subventionen im Exportland, die ausländischen Herstellern einen unfairen Vorteil verschaffen. Diese Zölle sollen faire Wettbewerbsbedingungen schaffen („Antidumpingzölle“ und „Ausgleichszölle“).
Förderung der wirtschaftlichen Diversifizierung: Zölle können eingesetzt werden, um die Abhängigkeit von bestimmten Importen zu verringern und die Entwicklung neuer einheimischer Industrien zu fördern.
Verbesserung der Handelsbilanz: Indem sie Einfuhren verteuern und einheimische Produkte relativ attraktiver machen, können Zölle dazu beitragen, das Handelsdefizit eines Landes zu verringern (wenn die Einfuhren die Ausfuhren übersteigen). Dieser Effekt ist jedoch oft umstritten und kann zu Gegenmaßnahmen anderer Länder führen.
2. steuerliche Gründe:
Generierung von Staatseinnahmen: Zölle sind eine direkte Einnahmequelle für den Staat. In einigen Entwicklungsländern können die Einfuhrzölle eine bedeutende Komponente der Staatseinnahmen darstellen. In den Industrieländern ist dieser Aspekt im Vergleich zu anderen Steuerquellen im Allgemeinen weniger bedeutend.
3. politische und soziale Gründe:
a) Schutz von Arbeitsplätzen: Durch den Schutz der heimischen Industrie vor ausländischer Konkurrenz sollen Arbeitsplätze im Inland erhalten oder geschaffen werden. Es ist jedoch umstritten, ob Zölle langfristig tatsächlich zu einem Nettozuwachs an Arbeitsplätzen führen, da sie sich auch negativ auf andere Sektoren auswirken können (z. B. höhere Preise für Verbraucher und Zwischenprodukte für andere Industrien).
b) Nationale Sicherheit: In strategisch wichtigen Sektoren wie Verteidigung, Energie oder Landwirtschaft können Zölle oder andere Handelsbeschränkungen eingesetzt werden, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu verringern und die nationale Sicherheit zu gewährleisten.
c) Gesundheit und Sicherheit: Zölle oder Handelsbeschränkungen können auch eingesetzt werden, um die Einfuhr von Waren zu verhindern, die nicht den Gesundheits- oder Sicherheitsstandards des Einfuhrlandes entsprechen.
d)Vergeltungsmaßnahmen: Ein Staat kann als Reaktion auf unfaire Handelspraktiken oder protektionistische Maßnahmen anderer Länder Zölle erheben („Vergeltungszölle“).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Länder aus einer komplexen Mischung aus wirtschaftlichen, steuerlichen und politischen Gründen Zölle auf importierte Waren erheben. Während einige dieser Gründe darauf abzielen, die heimische Wirtschaft zu schützen und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, können andere protektionistische Ziele verfolgen oder einfach dazu dienen, Staatseinnahmen zu erzielen. Es ist wichtig zu wissen, dass Zölle auch negative Auswirkungen haben können. Höhere Preise für die Verbraucher, eine Einschränkung des Warenangebots und mögliche Gegenmaßnahmen anderer Länder. Dies kann zu Handelskriegen führen.
Doch wer muss die Zölle bezahlen?
Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass das Land, das mit Zöllen belastet wurde, die erhobenen Zölle bezahlen muss. Das ist völlig falsch.
Das Grundprinzip lautet: Der Kunde zahlt für die Zölle!!!
Wenn Du als privater Verbraucher Waren aus dem Ausland kaufst und in Empfang nimmst, bist Du automatisch der Importeur dieser Waren. Du bist daher direkt für die Zahlung der Zollgebühren an die Zollbehörden in Deinem Heimatland verantwortlich. Diese erheben sie auch direkt bei Dir.
Wenn Du als Privatkunde in Deinem Heimatland Waren kaufst, sei es in einem Geschäft oder im Internet, und diese Waren ursprünglich aus dem Ausland eingeführt wurden, dann zahlst Du als Kunde auch die Zölle in Form von höheren Preisen.
Zölle in der Europäischen Union
Die Grundidee der Europäischen Union war ursprünglich ein Friedensprojekt. Nie wieder sollte es Krieg zwischen europäischen Ländern in Europa geben. Ein weiterer wichtiger Effekt, neben dem Frieden, ist der freie Handel innerhalb der EU. Innerhalb der EU gibt es keine Zölle und somit sind Waren und Dienstleistungen innerhalb der EU zollfrei. Dies hat wesentlich dazu beigetragen, den Wohlstand jedes einzelnen EU-Bürgers zu erhöhen.
Was ist wichtig für Arollo-Kunden, die außerhalb der Europäischen Union wohnen?
Wenn Du in unserem Online Shop Stiefel von außerhalb der EU bestellst, informiere Dich vorab über die Höhe der Zollgebühren, die bei der Einfuhr zusätzlich zum Kaufpreis fällig werden. Am einfachsten ist es, wenn Du die Website der Zollbehörde in Deinem Heimatland besuchst. Dort solltest Du alle wichtigen Informationen zur Einfuhr von Waren und den damit verbundenen Gebühren finden.
